17cm Variante

FILM "JUGEND OHNE GOTT"

Im Rahmen der Umsetzung der Gegenstände Deutsch, Politische Bildung sowie Psychologie empfiehlt das Bundesministerium für Bildung den Besuch der Veranstaltung für Schüler und Schülerinnen ab der 10. Schulstufe.

Filmvorführungen für SchülerInnen "JUGEND OHNE GOTT", D 2017, Länge: 114 Minuten
Empfehlung zum Besuch des Films im Rahmen des Schulunterrichts in ausgewählten österreichischen Kinos
Geltung 2017/18

Thema:
Verfilmung von Ödön von Horváths Klassiker aus dem Jahr 1937, versetzt in eine fiktive nahe Zukunft, in der eine Gruppe von jungen Menschen in einem Camp vor die Herausforderung ihres Lebens gestellt wird.

Kontaktdaten zur Buchung:
Die Buchung von Schulvorstellungen bitte direkt über den Verleiher:
CONSTANTIN FILM-HOLDING GMBH
Siebensterngasse 37
1070 Wien
Booking & Distribution
Laura Sabetzer
Telefon: 01-521 28-1224
laura.sabetzer@constantinfilm.at
Information, Trailer und Unterrichtsmaterial unter: https://www.schulkino.at/film-details/jugend-ohne-gott-ein-film-ueber-di...

Im schulischen Kontext bietet der Film u.a. folgende thematische Anknüpfungspunkte: Jugendliche, Verantwortung, Gruppendynamik, Widerstand, Gehorsam, Diktatur, Literatur.


Inhalt:
Horváths Roman aus der Zeit vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde in eine moderne Zeit transferiert. In einer Gesellschaft, in der sich jeder selbst der nächste ist und von allen widerspruchslose Unterordnung unter ein in höchstem Ausmaß leistungsorientiertes System erwartet wird, kommen nicht nur das Miteinander, sondern auch alle Gefühle zu kurz. In der Schulklasse, die in einem Camp in den Bergen um die wenigen begehrten Plätze an einer Eliteuniversität kämpfen muss, beherrschen Angst und Anspannung den Alltag. Begleitet von ihrem Lehrer, versucht daher jede/r nicht nur sein oder ihr Bestes zu geben, sondern trachtet vor allem auch danach, die anderen hinter sich zu lassen. Der nachdenkliche Zacharias, der Tagebuch schreibt, um den Suizid seines Vaters zu verarbeiten, teilt dort sein Zelt unter anderem mit der leistungsorientierten Nadesh. Bei einem gemeinsamen Orientierungslauf beobachtet sie Zacharias‘ Begegnung mit dem Mädchen Ewa, einer „Asozialen“. Zurück im Camp beschuldigt Zacharias Nadesh sein Tagebuch gestohlen zu haben und die beiden geraten in einen heftigen Streit. Wenig später wird die Schülerin erschlagen im Wald aufgefunden. Ewa, an deren Kleidung das Blut des Opfers gefunden wurde, wird verhaftet und vor Gericht gestellt …

Jugendschutz:
Die gezeigte Welt ist kalt und verlogen und zu trauen ist niemandem. In der strengen Hierarchie dieses totalitären Systems scheint jeder jeden zu betrügen und eine klare Zuordnung zu Gut oder Böse ist kaum möglich. Das Mädchen Nadesh, das sich zu Beginn als Identifikationsfigur angeboten hätte, agiert ebenfalls zwiespältig und ist nach dem ersten Drittel des Filmes tot. In der Beantwortung der Frage, wer sie getötet hat, entwickelt sich der Film nach und nach zu einem Thriller, der einige nachhaltig verstörende Elemente enthält. Besonders erwähnenswert sind etwa die detailliert gezeigte Entfernung des Ortungschips aus Zacharias‘ Hand oder die nach und nach immer konkreter gezeigte Tötungsszene. Als für Jüngere problematisch fanden auch die beiden Selbstmorde Erwähnung. Freigabe ab 14 Jahren.
Positivkennzeichnung: In der dystopischen Welt, die hier geschildert wird, findet die Auseinandersetzung mit dem System – anders als in den, bei Jugendlichen beliebten Filmen der „Hunger Games-“ oder „Maze Runner-“ Serien – nicht auf kriegerische Weise statt. Der Film macht vielmehr deutlich, dass es die ethisch-moralische Verantwortung und Entscheidung jedes Einzelnen ist, ob und wie er sich an einem unmenschlichen System beteiligt, und zeigt zudem, dass die Zugehörigkeit zur Elite, allen Annehmlichkeiten zum Trotz, weder Glück noch Zufriedenheit garantiert. Dementsprechend durchläuft vor allem der Lehrer, genau wie die von Horváth entworfene Figur, diverse schmerzhafte Prozesse, in denen er sich mit der Frage von Schuld und Verantwortung und mit seinen eigenen Fehlern auseinandersetzen muss. Die Literaturverfilmung, die in vielen wesentlichen Aspekten nah an der Vorlage bleibt, ist hervorragend gespielt und in einer beeindruckenden Naturkulisse stimmig in Szene gesetzt.
Der Film ist daher für Jugendliche ab 14 Jahren empfehlenswert als Literaturverfilmung bzw. Diskussionsfilm.