17cm Variante

§ 42 SchUG

Externistenprüfung
§ 42 SchUG

Rechtssatz:

§ 42 Abs. 6 SchUG 1986 sieht als Grundvoraussetzung für die Zulassung zur Ablegung einer Externistenprüfung vor, dass der Prüfungskandidat zum ersten Prüfungstermin nicht jünger ist, als ein Schüler bei Absolvierung des betreffenden Bildungsganges ohne Wiederholung oder Überspringen von Schulstufen wäre. Bei einer Externistenprüfung, die einer Reifeprüfung entspricht, kommt es - davon abweichend - nicht auf das Alter des Kandidaten zum ersten Prüfungstermin, sondern zum Zeitpunkt der Zulassung zur Hauptprüfung an. Zulassungsprüfungen und Hauptprüfung bilden (jedenfalls) insoweit eine Einheit, als es für die Erfüllung der "Grundvoraussetzung" des erforderlichen Mindestalters auf die Hauptprüfung ankommt. Es entspricht daher dem Gesetz, wenn die Behörde bei Zulassung eines Kandidaten zu den Zulassungsprüfungen einer Externistenreifeprüfung betreffend das Alterserfordernis auf die Hauptprüfung verweist und dementsprechend einen (frühesten) Termin der Hauptprüfung festlegt.
(Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 26/04/2010, Zl. 2010/10/0040)

Rechtssatz:

Es fehlt im Bereich des Schulrechts eine Regelung wie etwa § 46 UniStG 1997, wonach die Beurteilung einer Prüfung mit Bescheid für nichtig zu erklären ist, wenn die Anmeldung zur Prüfung erschlichen wurde oder die Beurteilung, insbesondere durch Verwendung unerlaubter Hilfsmittel, erschlichen wurde. Mangels einer - insbesondere auf gemäß § 42 Abs. 10 zweiter Satz SchUG ausgestellte Zeugnisse bezogenen - Nichtigkeitsanordnung kommt auch ein Vorgehen nach bzw. in sinngemäßer Anwendung von § 68 Abs. 4 AVG nicht in Betracht.
(Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 14/05/2001, Zl. 2000/10/0198)

Rechtssatz:

Als für die Wiederaufnahme zuständige Behörde ist in sinngemäßer Anwendung von § 69 Abs. 4 AVG der Vorsitzende der Externistenprüfungskommission anzusehen. Dieser hat gegebenenfalls das Verfahren über die Zulassung des Beschwerdeführers zur Externistenreifeprüfung wieder aufzunehmen und nach Aufhebung des über die Vorprüfungen ausgestellten Zeugnisses auszusprechen, dass die Voraussetzungen der Zulassung zur Hauptprüfung der Externistenreifeprüfung erst nach erfolgreicher Ablegung der noch ausständigen Zulassungsprüfungen (früher: Vorprüfungen) in bestimmten Fächern vorliegen.
(Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 14/05/2001, Zl. 2000/10/0198)